Automatisierte Prüfung auf vergessene Ziffern psychosomatische Grundversorgung

Ziel:

  • an einem beliebigen Zeitpunk im Quartal (spätestens vor der Abrechnung) sollen eventuell vergessene Abrechnungsziffern für die „differentialdiagnostische Klärung psychosomatischer Krankheitszustände“ oder eine „verbale Intervention bei psychosomatischen Krankheitszuständen“ aufgespürt und nachgetragen werden (35100/35110)
  • der Vorgang soll möglichst automatisiert ablaufen und möglichst nur richtige Treffer bringen

Vorgaben:

  • HzV-Praxis in Baden-Württemberg (ansonsten muss die Patientliste entsprechend angepasst/vereinfacht werden)
  • die Leistungen können bei Patienten im Kollektivvertrag (EBM) sowie bei den Hausarztprogrammen der BKK-VAG und der Ersatzkassen abgerechnet werden
  • HzV-Vertreterpatienten und Privatpatienten sollen von den Ergebnissen ausgeschlossen werden
  • der Arzt dokumentiert in der Konsultation bei allen betroffenen Patienten eine Therapienotiz in der T-Zeile, die die Worte „psychosomatische Gesprächsführung“ oder „Krisenintervention“ enthält

1. Konfiguration einer Patientenliste:

Zunächst benötigt man eine Patientenliste, die das Patientengut auf die Vorgaben eingrenzt. Dazu werden die Patientenlisten über Eingabe von „PLIST“ im Befehlsfenster aufgerufen und ein freier Listenplatz ausgewählt (oder einfach auf „Neu“ geklickt) – in unserem Beispiel ist das die Liste Nr. 36.
Die Verschachtelung der Vorgaben skizziert man sich am besten vorher als Entscheidungsbaum o.ä. auf Papier, da dies nicht ganz trivial ist. Als Sonderfall werden Start- und Enddatum der Prüfung hier aber allesamt auf „heute“ gesetzt, da ja das zusammentreffen der Therapienotiz und die fehlende Abrechnungsziffer an ein und demselben Tag geprüft werden soll. Eine solche Liste sieht dann z.B. so aus:

2. Vorbereitung der Prüfung – Tagesliste mit einer Patientenliste

Nachdem unsere Patientenliste nur für einen einzigen Tag prüft ist sie alleine gesehen wenig hilfreich. Wir müssen also erreichen, dass die erstellte Liste für jeden Tag im gesamten Zeitraum, der uns interessiert durchlaufen wird. So etwas funktioniert mit einer Tagesliste in Verbindung mit Patientenlisten. 

Dazu wird wie gewohnt der Dialog zur Tagesliste über Eingabe von „TLIST“ im Befehlsfenster eingegeben. Hier müssen folgende Einstellungen vorgenommen werden:

  • Festlegung des zu untersuchenden Zeitraumes (z.B. Quartalsanfang bis zum heutigen Datum)
  • Feld „Beschränkung auf Zeilentyp“ leer lassen
  • „zusätzlicher Druck von Zeilentyp“ leer lassen
  • Option „mit Patientenlisten“ aktivieren
  • bei „nur diese Schemata“ die vorher erstellte Liste eintragen (im Beispiel also die „36“)
  • Option „ausschließlich die Ergebnisse der Patientenlistenprüfungen auflisten“ aktivieren
  • Option „alphabetisch sortiert“ oder „numerisch aufsteigend“ aktivieren

3. Prüfung durchführen

Mit einem Klick auf „OK“ kann die Suche nun angestoßen werden. Bis zum Erscheinen des Ergebnisses können je nach Länge des gewählten Zeitraumes/Anzahl der Patienten einige Minuten vergehen. Dafür erscheinen aber in der Trefferliste nur noch Patienten, auf die die Kriterien unserer Patientenliste zutreffen. Per Doppelklick auf die jeweiligen Treffer/Datumszeilen wird man bequem direkt in den passenden Abschnitt der Patientenakte geleitet und kann die fehlende Ziffer nachtragen. 

Modifkationen:

Je nach Dokumentationsgewohnheiten oder Praxisvorgaben muss die Patientenliste ggf. noch an die praxisindividuellen Vorgaben angepasst werden. Natürlich können im Rahmen einer Tagesliste auch mehrere Patientenlisten parallel geprüft werden, diese sind dann bei „nur diese Schemata“ im Tageslistendialog kommagetrennt einzugeben.

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